Editorial

Gruenhagen-AndreaLiebe Leserinnen und Leser,

stellen Sie sich doch mal vor, Sie würden Ostern in Deutschland erleben, ohne die christlichen Hintergründe zu kennen. Wahrscheinlich kämen Sie zu dem Schluss, es müsse ich dabei wohl um ein Frühlingsfest handeln, bei dem Hasen eine besondere Rolle spielen.

Doch neulich fiel mir eine kleine Broschüre in die Hände: „Warum feiern wir Ostern?“ Verteilmaterial irgendeiner Schriftenmission? Der Einfall eines findigen Pfarrers, der im Gemeindebrief Fragen beantwortet, die keiner gestellt hat? Nein! Aldi-Süd hat sich wie schon im letzten Jahr darangemacht, seinen großen und kleinen Kunden zu erklären, was Ostern ist. Und während wir uns noch mit der Frage quälen, ob das nicht alles zu grausam und unverständlich ist, erklärt da ein Werbetexter den Erwachsenen Jesu Tod und Auferstehung und erzählt den Kindern, warum wir ein Osterlämmchen backen.

Auch bei uns soll es in dieser Ausgabe mit dem Titel „Ostern“ schlicht um Ostern gehen. Sowohl um die biblische Ostergeschichte selbst als auch darum, wie wir die Fragen von Kindern nach Kreuz und Auferstehung gut beantworten können. Oft machen sich Erwachsene in dieser Hinsicht mehr Sorgen als die Kinder selbst. Dass die gleichen Leute manchmal wenig bedenken, womit die Fantasie ihrer Kinder ansonsten gefüttert wird, sei mal dahingestellt. Trotzdem sollte man die Frage ernst und das Thema nicht zu selbstverständlich nehmen.

Vieles bewegt unsere Kirche zurzeit. Ein trauriges Ereignis war der Heimgang der letzten Diakonisse unserer Kirche, Frau Oberin i.R. Schwester Adelheid Hahn. Auf den Seiten 20 bis 21 können Sie den Nachruf lesen, den Rektor Pfarrer Stefan Süß geschrieben hat.

Aber auch Erfreuliches ist zu melden, zum Beispiel, dass unsere Gemeinde in Leipzig mittlerweile entschieden hat, die St. Lukaskirche zu übernehmen. Das ist ein Grund zur Freude und ein Hoffnungszeichen. Wo andernorts Kirchen entwidmet und Gemeinden geschlossen werden, geht in Leipzig eine Gemeinde weiter auf ihrem Weg: lutherisch, mutig, den Menschen zugewandt.

Echte Hoffnungszeichen sind auch die Menschen, die wir Ihnen immer wieder bei „Personen“ vorstellen. Diesmal erzählt Pfarrer Daniel Krause (Gemeinde Klitten) seine spannende Lebensgeschichte. Und wie eigentlich alle, die sich entschieden haben, den Weg unserer Kirche mitzugehen, kann er sehr gut begründen, was an der SELK überzeugend und wertvoll ist.

Frohe und gesegnete Ostern wünscht Ihnen

Ihre Andrea Grünhagen