Editorial

LiebeGruenhagen-Andrea Leserinnen und Leser,

was war bisher Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk? Oder sagen Sie bei diesem Thema eher: „Ach komm, geschenkt!“, das heißt, vergiss es, ist egal. In der Redaktion haben wir überlegt, ob wir jemanden kennen, der kein einziges Weihnachtsgeschenk bekommen wird. Gottfried Heyn berichtete von seinen Erfahrungen in der Gefängnisseelsorge. Daraus entspann sich das Gespräch mit Juliane Moghimi, das Sie unter der Rubrik Gesellschaft lesen können. Hans-Jörg Voigt schreibt über die Bedeutung der Menschwerdung Gottes. Miriam Anwand, die uns in Zukunft ab und zu mit Artikeln unterstützen wird, geht der Frage nach, warum wir Geschenke bekommen, wo doch Jesus Geburtstag hat. Ihre Reflexion über den Wandel des Erlebens zum Thema „Weihnachten und Geschenke“ als Kind und nun als Mutter und Pfarrfrau haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ohne unser Zutun als Redaktion hat sich ein weiterer Aspekt ergeben durch eine selbst erlebte Weihnachtsgeschichte, die uns ein Leser zugesandt hat. Eine gute Geschichte, die zeigt, wie Gott seine großen Geschenke an uns manchmal in ganz irdischer Münze auszahlt.

Im letzten Jahr habe ich erlebt, wie ein Pfarrer in einer Kinderpredigt fragte, ob die Kinder eigentlich wüssten, dass ihre Eltern auch einen Wunschzettel hätten. „Aber die können sich doch alles kaufen?“ „Ja, aber die echten Herzenswünsche kann man meistens nicht kaufen. Geborgenheit. Versöhnung. Liebe. Aufmerksamkeit. Das Gute ist, dass man das alles schenken kann.“ Ich denke: vor allem gut, dass Gott das schenkt. Nicht nur an Weihnachten. Und gut, dass wir davon etwas weitergeben können. Jesus hat doch gesagt, dass er das, was wir seinen geringsten Brüdern tun, so ansieht, als sei es ihm getan worden. Na, dann können wir ihm zum Geburtstag ja doch was
schenken …

Herzliche Grüße und eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen
Andrea Grünhagen