Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ist Ihr Leben schon „total digital“, wie der Titel dieser Ausgabe heißt? Das ist sicher auch eine Generationenfrage. Ich habe schon dreijährige Kinder gesehen, deren Umgang mit einem Smartphone wesentlich souveräner ist als meiner. Manchmal kommt es auch darauf an, wo man wohnt. Wo kein schnelles Internet und kein öffentliches WLAN zu haben ist, sieht die Welt anders aus. Man kann sich bei diesem Thema schnell abgehängt fühlen, und zwar nicht nur, weil technische Voraussetzungen fehlen. Wir haben in dieser Ausgabe mal versucht, uns selbst ein wenig auf die Schliche zu kommen. Wie viele digitale Medien nutzen wir für was? Ist Kirche bei diesem Thema eigentlich völlig raus, oder gibt es auch da neue Möglichkeiten und neue Risiken? Es gibt ja zum Beispiel schon seit geraumer Zeit für die LuKi sowohl eine Homepage www.lutherischekirche.de, und wir sind auch bei Facebook www.facebook.com/lutherischekirche. Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass dies für Sie als Leserschaft eine große Rolle spielt, obwohl Sie in jedem Impressum auf der vorletzten Seite darüber informiert werden. Aber das kann sich in Zukunft ja ändern. Dass die Onlineausgabe der LuKi kommen wird, ist auch nur eine Frage der Zeit.

Die ganz normale Zeitschrift wird es trotzdem geben, denn genau so funktionieren Medien. Neues kommt dazu, aber das Alte verschwindet nicht völlig, sondern die Herausforderung heute besteht darin, das auszuwählen, was jeweils passt. Das ist sehr subjektiv. Ich selbst halte mich eher für einen digitalen Neandertaler und sehe vieles auch kritisch. Umso überraschter war ich, als ich nun las, dass wohl den Blogs und Foren im Internet die Zukunft gehört. Die nutze ich nämlich gern, während ich auf alle Gelegenheiten zur digitalen Selbstdarstellung verzichte. Ich habe aber eine Freundin, die muss das sogar vom Arbeitgeber verordnet bedienen. Und ich kenne Leute, die es total genießen, so von anderen zu erfahren und Anteil geben zu können. Was das alles für den (kirchlichen) Unterricht bedeutet, war natürlich auch eine Frage. Mir scheint, wenn ich es mit einem gewissen Humor betrachte, dass der Digitalpakt Schule sogar fromm macht. Er bringt die Lehrer dazu, morgens zu beten: Lieber Gott, bitte mach, dass das WLAN stabil bleibt, hilf, dass mein privates Notebook sich mit dem Beamer in der Schule verbinden lässt, und schenke mir die Weisheit, ansonsten den richtigen Adapter zu kaufen. Amen Smiley

Herzlich grüßt Sie Andrea Grünhagen


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