Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Freunde und Bekannte sucht man sich aus, Nachbarn und Verwandte schenkt der liebe Gott“, sagt ein Sprichwort. Das gilt natürlich auch für Geschwister. Ob Sie überhaupt welche haben, ob Sie vielleicht lieber keine hätten, ob sie ganz wichtig für Sie sind, all das wissen wir nicht, wenn Sie nun diese Ausgabe erreicht, aber spannend ist es auf jeden Fall. Spannend, auch spannungsvoll.

Spannungsvoll ist es manchmal auch unter Glaubensgeschwistern. Uns liegen momentan so viele Leserbriefe vor, dass sie alle bis auf einen in der nächsten Ausgabe erscheinen werden, zumal schon Redaktionsschluss war. Neben unterschiedlichen Meinungen höre ich dabei auch sonst die Sorge um unsere Kirche und ein echtes Interesse an der Kirchenzeitung. In beiden Fällen nützen einfache Antworten und schnelle Lösungen wenig. Natürlich müssen und werden wir die Öffentlichkeitsarbeit der SELK, von der die LuKi nur ein kleiner Teil ist, immer wieder der veränderten Mediennutzung anpassen. Es gehört aber auch zur heutigen Mediennutzung, dass vieles nebeneinander besteht, auch gut gestaltete Printmedien neben digitalen Medien. Es wäre naiv zu glauben, dass junge Leute anfangen, LuKi zu lesen, nur weil sie das auf ihrem Smartphone tun könnten. Sie gehen ja auch nicht in die Kirche, nur weil da eine Band spielt. Abgesehen davon, dass sie auch eine digitale Ausgabe immer noch lesen müssten. Ich traue mir schon zu, jedem Jugendlichen die wesentlichen Inhalte des Glaubens per Sprachnachricht zu vermitteln, man kann ja offensichtlich auch per Twitter Weltpolitik machen. Aber das ist was anderes als die Kirchenzeitung.

Ob jemand kirchliche Medien zur Kenntnis nimmt, hängt bei allen Formaten davon ab, wie groß seine Bindung an Glauben und Kirche ist. Ob jemand bei der Kirche bleibt, hängt davon ab, ob eine innere Bindung zu ihr besteht. Entstehen muss diese Bindung vor Ort in den Gemeinden. Die LuKi kann sie bestenfalls stärken. Die kontroversen Meinungen werden zu Wort kommen. Es muss ja dabei nicht so weit gehen, wie ein Artikel dieser Ausgabe überschrieben ist: „Bis einer heult …“

Ihre Andrea Grünhagen