Editorial

Gruenhagen-AndreaLiebe Leserinnen und Leser,

ein Witz erzählt folgenden Dialog: „Na, über was hat der Pfarrer denn gepredigt?“ „Über die Sünde.“ „Und was hat er dazu gesagt?“ „Er war dagegen.“
Dieser kleine Wortwechsel bringt gut die Erwartungshaltung zum Ausdruck, wenn es ums Thema „Sünde“ geht. Die Kirche ist dagegen. So viel weiß man immerhin. Was aber damit gemeint ist, ist weitgehend unbekannt. Und warum „die Kirche“ dagegen ist, weiß man auch nicht.

Mit dieser Ausgabe in der Passionszeit wollen wir versuchen, uns dem Thema einmal zu nähern – in der Passionszeit, denn der Gegenbegriff zu Sünde ist „Erlösung“. Es lohnt sich, religiöse Begriffe tatsächlich einmal wieder mit Inhalt zu füllen. Dass dies natürlich nicht erschöpfend gelingen kann auf den wenigen Seiten, die uns zur Verfügung stehen, ist selbstverständlich.

Der Artikel unter der Rubrik „Gesellschaft“ widmet sich der religiösen Dimension des sonntäglichen Krimis im Fernsehen. Das gehört auch zum Thema Sünde, allerdings ganz säkular gewendet.

Neben diesen ernsten Themen ist diese LuKi wieder eine bunte Mischung geworden, nicht zuletzt durch die vielen Menschen, die uns Berichte, Fotos, Rätsellösungen und Leserbriefe geschickt haben. Oder die uns für Interviews zur Verfügung gestanden haben. Dafür sei allen herzlich gedankt.
Besonders, weil jeder, der etwas veröffentlicht, auch ein Stück von sich selbst damit offenbart. Das macht eine Kirchenzeitung spannend. Sie ist von konkreten Menschen für konkrete Menschen. Mit den konkreten Möglichkeiten, die wir als Kirche haben, positiv wie negativ.

Es ist jeden Monat aufs Neue ein Abenteuer, zu sehen, wie so eine Ausgabe wächst. Besonders, wenn wir uns den komplexeren Themen stellen wie in diesem Fall.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Andrea Grünhagen