Editorial

Gruenhagen-AndreaLiebe Leserinnen und Leser,

neulich stand ich in einem Zeitschriftenladen vor der langen Reihe mit Magazinen rund um das Thema Hochzeit. Offensichtlich werden sie gerne gekauft, enthalten sie doch nützliche Regeln zur Sitzordnung an der Hochzeitstafel, Tipps für die besten Hochzeitsfotos, Bastelideen für Tischkarten, Hinweise zum Make-up der Braut und noch viel mehr. Im Fernsehen gibt es sogar eine Show, bei der Hochzeitsfeiern ihrer Gestaltung nach bewertet werden, und das Paar mit der besten Feier bekommt die Flitterwochen bezahlt. Das Thema macht also vielen Leuten Spaß. Welche Frau kann schon am Schaufenster eines Brautmodengeschäftes vorbeigehen, ohne wenigstens einen kleinen Blick hineinzuwerfen?

Interessant ist auch: Die kirchliche Trauung scheint irgendwie Teil dieses Settings von „Ganz in Weiß …“ zu sein. Aber es kommt kaum zur Sprache, um was es da eigentlich geht. So sind wir zum Thema dieser Ausgabe gekommen. Vielleicht erscheinen Ihnen unsere Ausführungen enttäuschend nüchtern. Das liegt wohl am theologischen Blickwinkel, wobei ich Ihnen versichere, dass Theologen, weibliche und männliche, privat ganz erstaunlich romantische Ansichten haben können.

Unter dem Stichwort „Gesellschaft“ geht es dann allerdings gänzlich prosaisch um das Thema „Geld“. Wobei allen angehenden Brautpaaren, die sich nicht in Schulden stürzen wollen, zu raten ist, vielleicht erst den Artikel zum Thema Geld und dann etwas über Hochzeiten zu lesen. Traumhochzeiten sind nämlich vor allem eins: albtraumhaft teuer …

Dietrich Bonhoeffer, auch ein eher nüchterner Theologe, schrieb in der Traupredigt für seinen besten Freund einmal sehr treffend über den Sinn der kirchlichen Trauung: „Wie die Krone den König macht und nicht schon der Wille, zu herrschen, so macht die Ehe und nicht schon eure Liebe zueinander euch zu einem Paar vor Gott und den Menschen … Nicht eure Liebe trägt die Ehe, sondern von nun an trägt die Ehe eure Liebe.“

Es grüßt Sie alle herzlich

Ihre Andrea Grünhagen