Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Gruenhagen Andrea 200px„Gott handelt“ ist das Thema dieser Ausgabe. Ich vermute, dass dieser Titel eine spontane Gegenfrage auslösen könnte. „Wo denn?“ oder „Wie denn?“ Vielleicht gibt es auch nur ein Schulterzucken als Reaktion: „Schön wärs.“

Es ist eine gute geistliche Regel, Gott da zu suchen, wo er versprochen hat, sich finden zu lassen, wo er sein Handeln zu unserem Heil versprochen hat. Deshalb widmen wir uns diesmal dem Thema „Sakramente“. Eins steht nämlich schon mal fest: Als Lutheraner bezeichnen wir eine Handlung nur dann als Sakrament, wenn Christus selbst sie befohlen hat. Gerade da, wo in der jetzigen Situation vieles unsicher und bedrückend unklar ist, hilft Eindeutigkeit an den Stellen, wo Gott handelt.

Auch wenn es nur noch drunter und drüber geht und du am Ende deiner Kräfte bist: Gott bleibt dir vergebend, segnend und bergend nah im Bad der Wiedergeburt in der Taufe, durch den Empfang seines Leibes und Blutes im Abendmahl und den vollmächtigen Zuspruch seiner Vergebung in der Beichte, also in seinem verkündigten Wort und in seinem sichtbaren Wort, in den Sakramenten. Nicht Menschen haben sich das ausgedacht, und sie sind auch nicht die Herren über das Wie und Was des Handeln Gottes in den Sakramenten.

Das haben Sie grundsätzlich vielleicht schon gewusst. Es lohnt sich trotzdem, auch konkret über diese Handlungen nachzudenken. Gerade auch über das Thema Beichte, das einen Schwerpunkt in diesem Heft gebildet hat, ohne dass die Redaktion dies von Anfang an geplant hatte. Vielleicht weil hier die meisten offenen Fragen sind. Wo hat die Beichte ihren Ort, theologisch und auch ganz praktisch? Und dann sind da ja auch noch die Mutmaßungen und Bilder zum Vollzug der Beichte, die sich oft nicht gerade aus Bibel und Katechismus als Quellen speisen, sondern aus Erzählungen von früher, Büchern und Filmen. Kein Mittelalterroman ohne einen verräterischen Beichtvater, kein Mafiakrimi ohne einen gewissensgeplagten Priester, dem ein Mord gebeichtet wurde. Befeuert werden solche Vorstellungen durch die Tatsache, dass kein Pfarrer Auskunft geben darf, ob jemand bei ihm beichtet, wer oder wie viele seiner Gemeindeglieder dies tun, um welche Sünden es geht und so weiter. Auch wir respektieren diese Grenze des Beichtgeheimnisses und nähern uns dem Thema von einer grundsätzlich dogmatischen Seite, aus der Sicht einer Beichtenden und informativ hinsichtlich der seelsorgerlichen Schweigepflicht beziehungsweise des Beichtgeheimnisses. Dass Sie vor allem das Entlastende des Zuspruchs der Vergebung erleben, ob im Gottesdienst oder in der Privatbeichte, ist unser Ziel.

Es grüßt Sie alle herzlich
Andrea Grünhagen

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