Editorial


Andrea GrünhagenLiebe Leserinnen und Leser,

beim Thema Gottesdienst kommt mir immer ein Lied der Band Lost and Found, die ihre Wurzeln in der Lutheran Church Missouri-Synod hat, in den Sinn, vielleicht erinnert sich noch jemand daran?

Der Text des Liedes lautet so: EVERY SUNDAY IS JUST LIKE THE LAST, AS IF THE CHURCH HAS NO HISTORY AND THE PEOPLE HAVE NO PAST. WE JUST SING THE SONGS WE LIKE TO SING AND WE PREACH ABOUT THE NEWS AND WE THINK UP SOME NEW THING JUST TO FILL UP THE PEWS. (Jeder Sonntag ist wie der vorherige, als ob die Kirche keine Geschichte hätte und die Leute keine Vergangenheit. Wir singen einfach die Lieder, die wir mögen, und wir predigen über die Nachrichten und denken uns neue Dinge aus, nur um die Kirchenbänke zu füllen.)

I WANT PALMS ON PALM SUNDAY, I WANT PENTECOST STILL TO BE RED, I WANT TO DRINK OF THE WINE AND EAT OF THE BREAD. BUT THEY STRIVE FOR ATTENDANCE WHILE I STARVE FOR TRANSCENDENCE, BUT I COUNT AMONG THIS BODY BOTH THE LIVING AND THE DEAD. (Ich will Palmen an Palmsonntag, ich will, dass Pfingsten immer noch rot ist, ich will vom Wein trinken und vom Brot essen. Aber sie kämpfen um Teilnehmer, während ich nach Transzendenz hungere, doch ich zähle mich zum Leib [Christi], der aus den Lebenden und den Toten besteht.)

Das Lied endet dann ganz versöhnlich: LET’S STOP ALL THE FIGHTING OVER WORDS AND WAYS AND TELL ABOUT JESUS LIKE IN THE GOOD OLD DAYS. (Lasst uns mit dem Streit über Worte und Weisen aufhören und von Jesus erzählen wie in der guten alten Zeit.)

Ich hoffe, dass wir Sie mit dieser Ausgabe ins Nachdenken und ins Gespräch bringen. Wo streiten manche über bloße Worte und die richtige Weise, Gottesdienst zu feiern? Wo geht es um mehr, weil die Worte und Weisen eben doch mit dem Inhalt zu tun haben? Besonders brennend wird diese Frage in Bezug auf das heilige Abendmahl. Dass es überhaupt zahlreiche Fragen gibt, zeigt der Artikel mit dem Abc des Gottesdienstes – wobei der Autor es Ihnen erspart, unter X wie Xylophon etwas über die Verwendung von Orffinstrumenten in der Lutherischen Messe zu lesen.

Lange dachte man, das Problem am Sonntagmorgen sei mangelnde Verständlichkeit. Möglichweise haben wir es mittlerweile damit zu tun, dass jeder sein eigenes Verständnis verwirklicht sehen will. Können wir uns noch irgendwie auf eine gemeinsame Weise verständigen? Kann man Verkündigung auch durch Liturgie missverständlich werden lassen?

Gottesdienst ist etwas, das wir lieben und an dem wir oft leiden. Ich auch gelegentlich. Mir
hilft es dann, innerlich zu singen: I want Palms on Palmsunday …

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Andrea Grünhagen


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