Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Gruenhagen Andrea 200pxjeden Morgen erfreut mich zurzeit ein Plakat in der U-Bahn-Station. Darauf abgebildet ist ein Wisent-Kälbchen, um Werbung für einen örtlichen Tierpark zu machen. Auf dem Plakat steht: „Wiiisüüüüß!“ Ach ja, Tierbabys, wer findet die nicht süß? Das liegt am sogenannten „Kindchenschema“, also große Augen, runde Formen, flauschiges Fell und so weiter. Okay, das funktioniert zum Beispiel bei kleinen Nacktmull-Babys nicht (googlen Sie Nacktmull), aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Tatsächlich sind sich viele Menschen einig in dem, was sie als „schön“ empfinden. Die Frage ist, in welche Kategorie der Begriff „Schönheit“ gehört. Dies, und wie Schönheit mit dem Glauben zusammenhängt, können Sie in unseren beiden Themenartikeln lesen. Es geht übrigens dabei nicht um Schönheitsideale bei Menschen. Das würde nämlich noch eine ganz eigene Reflexion erfordern. Es ist ja kirchlich gesehen auch nicht zwingend notwendig, beim Anblick des Gemeindepfarrers „Wiiisüüüüß“ zu rufen.

Der Frage, inwiefern auch bildliche Darstellungen in oder an Kirchen „mitpredigen“, geht auch der „Zwischenruf“ nach, bei dem es um die das Judentum schmähende Plastik an der Wittenberger Stadtkirche geht, die gerade einen Rechtsstreit ausgelöst hat.

Über das, was schön oder mit Absicht auch verstörend sein muss, kann man lange nachdenken. Ich finde es richtig, dass es sowohl in der theologischen als auch in der gesellschaftlichen Debatte wieder ein Bemühen gibt, die Auswirkungen schöner Gestaltung auf die Menschen zu sehen. Gott hat so viel Schönheit in die Schöpfung hineingelegt. In der Sommer- und Urlaubszeit können wir das besonders entdecken. Und wenn Sie vielleicht beobachten, welche Kirchen Touristen gerne besuchen, können Sie sogar Rückschlüsse auf das Thema Schönheit und Glaube ziehen.

Eine behütete und schöne Sommerzeit wünscht Ihnen
Ihre Andrea Grünhagen


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