Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Gruenhagen Andrea 200pxum zu erklären, um was es in dieser Ausgabe geht, nehmen wir als Beispiel gleich mal die Worte, mit denen jedes Editorial beginnt. Weiter als bis zu dieser Anrede kommen manche der Angeredeten nicht, denn sie müssen sich gleich darüber ärgern. „Leser reicht nach den Regeln der deutschen Grammatik völlig, denn 99 Leserinnen und ein Leser machen 100 Leser.“ „Das heißt heutzutage aber Leser:innen.“ Was hinter diesen neuen Sprachformen gesellschaftlich und theologisch steht, können Sie in einem Artikel dieser Ausgabe lesen. Ich persönlich schreibe „Leserinnen und Leser“ und richte mich dabei nach den Hinweisen der „Gesellschaft für deutsche Sprache“, die sagt: „Die gleichwertige Nennung beider Geschlechter ist nicht nur die eindeutigste Form der geschlechtergerechten Sprache, sondern auch die höflichste und wird vor allem in der persönlichen Anrede verwendet.“ Da ich höflich sein möchte, verwende ich nicht nur die männliche Form, was aber korrekt wäre. Die anderen neuen Sonderzeichen sind kein Teil der offiziellen deutschen Sprache, da das maßgebliche Gremium, der „Rat für deutsche Rechtschreibung“, im März dieses Jahres „die Aufnahme von Asterisk (Gender-Stern), Unterstrich (Gender-Gap), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinneren in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen“ hat.

Nächste Frage und wahrscheinlich etwas alltagstauglicher: Was macht eigentlich den Unterschied zwischen den Geschlechtern aus? Würden Sie sagen, etwas ist typisch männlich oder typisch weiblich? Spielt das in unseren Beziehungen und in der Gemeinde eine Rolle heutzutage? Und wie ist das eigentlich in der Bibel? In der Redaktion haben wir es jedenfalls sehr genossen, uns über unsere Erfahrungen dazu auszutauschen, und ich bitte Sie, unsere freundschaftliche Leichtigkeit, mit der wir auch solche, sonst so verbissen diskutierte Themen, angehen können, mit zu hören. Wie das Verhältnis zwischen Frauen und Männern erlebt wird, hat etwas damit zu tun, ob es ein inneres Einverständnis in Bezug auf den Schöpfer der geschlechtlichen Identität, zu meinem eigenen und zum anderen Geschlecht gibt oder nicht. Dass zu anderen Zeiten und heute an vielen anderen Orten auf der Welt Frauen dieses Einverständnis nicht leicht gemacht wurde und wird, ist wahr. Männern heutzutage bei uns vielleicht auch nicht. Allerdings ist die Frage zu persönlich, um sie mit dem Hinweis auf damals und woanders abzuhaken, deshalb denken wir darüber nach.

Ihre
Andrea Grünhagen

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